| | | | | | | | | | | | | Weitere ausführliche Informationen zur Geschichte: 50 Jahre Seestauung - Altgraun, ein Dorf verschwindet
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Der Aufmarsch der Bauern Doch das Trauerspiel war noch nicht zu Ende. Die Entscheidung über die endgültige Abfindung sollte im April 1949 gefällt werden, sie kam aber erst im Oktober des Jahres 1949. Aber schon am 1. August 1949 wurden erstmals probeweise die Schleusen am Staudamm geschlossen und das Wasser begann die noch nicht abgeernteten Felder zu überfluten, ohne daß man vorher die Bevölkerung gewarnt hätte. Das alarmierte die Grauner Bürger. Es wurde Sturm geläutet. Mit Stöcken bewaffnet und wutentbrannt marschierte die männliche Dorfbevölkerung wenige Tage danach nach Reschen, um die Herren der Montecatini, die dort ihr Büro hatten, zur Rechenschaft zu ziehen. Diesen aber war offenbar die drohende Gefahr schon gemeldet worden. Im Auto wollten sie sich davonstehlen. Sie wurden aber von der aufgebrachten Volksmenge, allen voran der Pfarrer Alfred Rieper, angehalten und gezwungen, nach Reschen zurückzufahren. Dort mußten sie sich den Protest der Grauner anhören. Aber die herbeigerufene Polizei griff ein, Pfarrer Rieper, Alois Theiner und Pietro Giacomelli wurden nach Mals gebracht, wo man sie verhörte. Pfarrer Rieper wurde aufs gröbste beschimpft und sogar tätlich angegriffen. Im Winter 1949/50 "konnten" die Grauner noch in ihrem alten Dorf bleiben. Bereits im Frühherbst 1949 waren alle vor die schwere Entscheidung gestellt, abzuwandern und in der Fremde eine neue Existenz aufzubauen oder sich an den Hängen von St. Anna oberhalb von Graun neu anzusiedeln. An die 30 der 120 Parteien entschieden sich für das Verbleiben in Graun und beauftragten den Architekten Erich Pattis mit der Planung der neuen Siedlung. Für viele Familien aber war in Graun und Reschen kein Platz mehr, sie mußten das Land ihrer Väter verlassen, irrten überall in Südtirol und Italien umher, um eine neue Heimat zu finden. In Graun und Reschen begann man die Sprengladungen zu zünden, um die Häuser, Pfarrkirchen und altes Kulturgut zu vernichten, alles um des "Fortschritts" Willen. Kann diese Art des Fortschritts wirklich "von nationalem Interesse" sein? |