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Die wohl umfangreichste Online-Sammlung an Bildmaterial von der Zerstörung
Graun & Reschens
Weitere ausführliche Informationen zur Geschichte:
50 Jahre Seestauung - Altgraun, ein Dorf verschwindet

Der Gang zum Papst

Man mußte sich mit der Tatsache abfinden, daß das Stauprojekt nicht mehr verhindert werden konnte. So wollte man sich wenigstens um eine entsprechende Entschädigung für die enteigneten Häuser und Felder bemühen.

Und damit begann der Tragödie zweiter Teil. Tatsache ist, daß den Leuten in Graun und Reschen bereits das Stauwasser in die Häuser hineinfloß, ohne daß über eine endgültige Abfindung entschieden worden wäre; schon gar nicht kümmerte sich die Montecatini darum, wohin die ausgewasserten Menschen gehen sollten. Darüber entrüstete sich die vorher zitierte Schweizer Heimatschutzzeitung besonders, daß man den Ausgesiedelten kein entsprechendes Grundstück zur Verfügung stellte, sondern ihnen einfach Geld in die Hand drückte.

Gang zum Papst
Der Papst in Rom wurde gebeten, bei der italienischen Regierung zu intervenieren.
Und was das Geld betraf, so entsprachen die Beträge, die für die enteigneten Felder angeboten wurden, in keiner Weise. Am 3. Juli 1948 sprachen der Fürstbischof Johannes Geißler und Pfarrer Rieper beim Papst in Rom vor und baten ihn, bei der italienischen Regierung zu intervenieren, damit die betroffene Bevölkerung wenigstens gerecht entschädigt werde. An wen hätte sich der mutige und tapfere Pfarrer sonst auch wenden sollen? Ministerpräsident Degaspari war jedenfalls nicht willens, ihn mit einer Grauner Delegation zu empfangen, obwohl man sie eigens für diese Besprechung nach Trient bestellt hatte. Ob die Papstaudienz ihre Wirkung tat oder der verstärkt eingeschlagene Rechtsweg, die Gesellschaft Montecatini zeigte jedenfalls mehr Entgegenkommen, die Verhandlungen wurden beschleunigt.

  
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