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Die wohl umfangreichste Online-Sammlung an Bildmaterial von der Zerstörung
Graun & Reschens
Weitere ausführliche Informationen zur Geschichte:
50 Jahre Seestauung - Altgraun, ein Dorf verschwindet

Der Untergang von Altgraun

Ein Augenzeuge schreibt darüber: "Graun liegt in den letzten Zügen. Wie bei einem Todkranken stirbt Glied für Glied ab. Tag für Tag dringt das Wasser weiter vor, Tag für Tag erdröhnen die Sprengungen, und sobald sich der Rauch verzogen hat, ist wieder ein Haus in sich zusammengesunken."

Sonntag, 9. Juli 1950, letzter Gottesdienst. Anstelle der Seitenaltäre gähnte die Leere der verputzten Mauer. Die Orgel war bereits entfernt worden. Herzergreifend waren die Abschiedsworte des Pfarrers von der Kanzel. Viele Leute haben geweint. Am Nachmittag wurde das Allerheiligste nach dem St. Anna Kirchlein auf dem Hügel über dem sterbenden Dörflein übertragen. Sonntag, 16. Juli, 8 Uhr abends, läuten die Glocken ein letztes Mal zum Abschied von ihrem alten Graun. Gemeinsam läuten sie eine halbe Stunde, und dann fünf Minuten lang die Große. Dieser letzte Gruß der Glocken wird jedem Grauner unvergeßlich bleiben.

Der Untergang von Altgraun
Der letzte Gruß der Glocken wird jedem Grauner unvergeßlich bleiben

Am 18. Juli verließ die große Glocke ihre Stube, die sie seit 1926 bewohnt hatte. Am nächsten Tag folgte ihr die alte Glocke, welche (aus dem Jahre 1505) Weh und Freude des Dörfleins begleitet hatte. Zugleich wurde mit dem Abdecken des Kirchendaches, und der Sprengung begonnen. Am 23. Juli 1950 (an einem Sonntag) wurde der erste Sprengversuch der Kirche untenommen. Es wird einem furchtbar weh ums Herz, wenn man dies alles mitansehen muß, dieses langsame Hinsterben seines Heimatdörfleins, Stück um Stück, mit all den tausend lieben Erinnerungen versinkend in den Fluten des Stausees. Und ist man dann fortgezogen, dann geht's einem noch lange nach.

  
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